SPACE Risk

EPER-Anlagenrisiko

1992 wurde auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro mit der Agenda 21 der Grundstein für den Aufbau eines Schadstoffemissionsregisters gesetzt. Das Ziel, das mit der zentralen Erfassung von Schadstoffemissionen (Schadstofffreisetzungen) erreicht werden soll, ist zum einen die Öffentlichkeit über die Verbreitung gefährlicher Schadstoffe – insbesondere durch industrielle Aktivitäten – zu informieren und gleichzeitig ein weltweites Kontrollinstrument einzurichten. Die Informationen zu den Schadstoffen kommen von den emittierenden Unternehmen selbst, die diese an die entsprechenden staatlichen Institutionen liefern. Bislang existiert noch kein weltweites Emissionskataster, es werden jedoch mehr Länder hinzugefügt.

2000 hat die Kommission der Europäischen Gemeinschaften den Aufbau eines europäischen SchadstoffemissionskatasterEPER (European Pollutant Emission Register) – beschlossen. Die EU sammelt europaweit Schadstoffdaten industrieller Tätigkeiten und Quellen in einer zentralen Datenbank. EPER enthält Daten zu den wichtigsten Schadstofffreisetzungen in Luft und Gewässer. Im zweiten Berichtszyklus 2004 wurden Schadstoffdaten aus über 12.000 großen und mittelgroßen Industrieanlagen der EU-Mitgliedstaaten und Norwegen vorgelegt.

EPER erfasst hauptsächlich industrielle Emissionsquellen. Emissionen aus dem Verkehrssektor sowie den meisten landwirtschaftlichen Quellen werden i.d.R. nicht berücksichtigt. Welche Industriebetriebe ihre Daten an die EU liefern müssen, regelt Anhang I der Richtlinie 96/61/EG über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU Richtlinie).

Emissionen in die Luft, in Gewässer ("direkte Einleitung") und über die Kanalisation in externe Kläranlagen ("indirekte Einleitung") müssen berichtet werden.

EPER erfasst die Daten aus insgesamt 56 Tätigkeitsbereichen:

  • Energiesektor (z.B. Gas, Öl, Kohle)
  • Metallindustrie (Eisen und Nichteisen)
  • Bergbau (z.B. Kalk, Glas, Mineralien, Asbest)
  • Chemische Industrie (z.B. organische u. anorganische Chemie)
  • Abfallbehandlung (Deponien und Müllverbrennungsanlagen)
  • Sonstige Industrie (z.B. Holz- und Papierindustrie, Schlachthöfe)